
Das neue Donnersberg-Jahrbuch ist erschienen!
Mit interessanten Beiträgen historischer, gesellschaftlicher und kultureller Art, Fauna & Flora, Menschen & Landschaftliches, von 48 Autorinnen und Autoren auf 216 Seiten üppig verteilt.
Diesmal sind die Siegertexte des Susanne-Faschon-Preises veröffentlicht mit: Jaron Wendel (Der Regelmann), Lena Zimmer (Schneekugel), Hanna Wagner (Die Wahl des Vergessens) und Charlotte Altherr (Für immer schweigen?). Der o.g. Preis stellt ein besonderes Projekt im Rahmen der Donnersberger Literaturtage dar, initiiert von Thomas M. Mayr. Schüler und Schülerinnen der gymnasialen Oberstufe bzw. nach der Mittleren Reife konnten sich in ganz Rheinland-Pfalz an der Ausschreibung zum Thema „Die Wahl” beteiligen.
Die „älteren” Semester unter den Schriftstellern sind ebenfalls reichlich vertreten:
Martina Wasern schildert das Lokalkolorit des Schriftstellers Ronald Daub aus Sippersfeld.
Thomas Maria Mayr beschäftigte sich mit einer alten Plastik in Kirchheimbolanden in seinem Appell „Die gezählten Tage eines Freischärlers”, im doppelten Sinne, der Verfall scheint unaufhaltsam, zwei Gliedmaßen sind schon abgefallen und weiteres in starker Mitleidenschaft. Aber auch die Erinnerungskultur an die im Juni 1849 vom preußischen Militär erschossenen 17 Revolutionäre? Auf dem Friedhof existiert ein anderes gepflegtes Denkmal – die weinende Germania.
Weiter vertreten sind Montserrat Marhoffer mit der Kurzprosa „Der Geiger im Park” sowie Beate Bushnell mit „Der erste Römer auf dem Donnersberg”. Astrid Dinges ist mit der Kurzprosa „Im Residenzgarten” vorzufinden, Heinz Wolfgang Krapf mit „Good shopping oder: Das Heidelberger Schloss muss man gesehen haben” sowie Marion Stilgenbauer mit „Huschi, das Eichhörnchen”.
Winfried Anslinger führt uns mit „Seestück” an eine Küste Frankreichs. Ein (noch) junges Paar verbringt in Glückseligkeit den Urlaub, doch dann geschieht das Schreckliche. Plötzlich ist Alex verschwunden, offenbar kurz vor Einbruch der Nacht im Meer ertrunken. Es bleibt aber keine Gewissheit. Hat er vielleicht einen radikalen Trennungsschritt vollzogen? Die verbliebene Freundin, inzwischen verheiratet samt Kindern, versucht die Erinnerung an Alex jahrelang mit aller Macht aufrecht zu erhalten, kann nicht loslassen.
Gedichte gibt es von Carla Fernandes Schlegel „Liegengeblieben”, Karin Sieben „Die Besucher” und Timo Scherne „Ein Sommer in der Stadt”, sowie auch von Minna Rembe: ein Haiku, „Der rote Abendhimmel” u. „JA”.
Besonders gut gefallen hat mir im Jahrbuch die Erinnerung an die bemerkenswerte Ruth Tillmann, geschrieben von Silke Laubscher sowie von Torsten Schlemmer ein Artikel über das Nordpfälzer Original Max Handel (Bäcker, Gastwirt, Landwirt, Philosoph). Auch sehr schön: „Briefe aus Lautersheim in den Krieg 1870/71” von Hartmut Müller.
Das Museum im Stadtpalais Kirchheimbolanden hat es Monika Böss in „Die Stunde des Blauen Pfaus” besonders angetan. Zur Mitternacht erwachen historische Puppen quicklebendig, die Geister steigen aus den Portraits und wandeln, gehen ihren Leidenschaften, Lustbarkeiten und uralten Fehden nach, auch steigt der Kelte aus dem Grab und sorgt für unheilige Unruhe. Ein Thema ist die Niederschlagung revolutionärer Bewegungen, was der Fürst Wilhelm befürwortet, allerdings gut abgefüllt durch den Weinjahrgang 1848. Die Autorin beschäftigte sich in ihren letzten Werken, das ist so ihr Ding, mit herumstreifenden Geistern, Feen, Monstern am Donnersberg, typisch auch ihre (unheimliche) Vielzahl an Charakteren, selbst bei kurzen Prosastücken.
Böss schrieb in „Eine Säule des kulturellen Angebots im Kreis” über die Literaturgruppe „Wachtenburg-Donnersberg”, wie sie entstanden und sich entwickelt hat, warum viele andere Gruppen scheiterten. Derzeit sind vierzehn Personen gelistet. Böss benennt zum Schluss die bisher erschienenen Anthologien.
Das Redaktionsteam des Donnersberg-Jahrbuchs 2027 nimmt gern bis zum 31. Juli Beiträge an.
Kontakt: Barbi Driedger-Marschall (bdriedger-marschall@donnersberg.de) | (Tel. 06352/710–324)
