Im Rah­men von „Lau­tern liest” gab es am 16. Juni eine Lesung der Lau­ter Autor*innen im Inno­va­ti­ons­cen­ter 42Kaiserslautern. „Lau­tern liest” wird alle zwei Jah­re von der Stadt­bi­blio­thek, dem Kul­tur­re­fe­rat und der „Blau­en Blu­me” orga­ni­siert.


Fünf Autorin­nen tru­gen in der hoch­mo­der­nen Denk­fa­brik ihre Tex­te vor, wobei sich Lyrik und Pro­sa abwech­sel­ten, was laut Feed­back von Gäs­ten eine har­mo­ni­sche, fein abge­stimm­te Struk­tur ver­mit­tel­te.


Gabrie­le Korn beleuch­te­te in ihrer Kurz­pro­sa „Küs­ten­wan­de­rung”, wel­che im Urlaub bei Split (Kroa­ti­en) spielt, inmit­ten schö­ner Land­schafts­im­pres­sio­nen eine reiz­vol­le Bekannt­schaft, einen Phy­si­ker mit sei­nem Hund Siwa, in den sich die Prot­ago­nis­tin roman­tisch ver­liebt, trotz aller fami­liä­rer Ver­qui­ckun­gen.


Rena­te Demuth hat­te aus ihrem Buch „So fremd – so nah” eine Epi­so­de aus dem Leben von Paul Gau­gu­in gewählt. 1890 befin­det sich der berühm­te Maler im Hafen Le Poul­du (Cloh­ars-Car­noët, Bre­ta­gne), berauscht sich mit Absinth, ist benom­men vom Tabak und krank vor Lie­be. Er steht kurz davor, nach Tahi­ti zu rei­sen.


Sig­rid Stem­ler nahm uns mit in das Jahr 1939. Der Zwei­te Welt­krieg steht vor dem Aus­bruch. In der Grenz­re­gi­on zu Frank­reich, der roten Zone, wer­den zuerst alle schwan­ge­ren Frau­en und deren klei­ne Kin­der eva­ku­iert, was Müh­sal und Schre­cken ver­ur­sacht, denn wer ver­lässt schon gern sei­ne Hei­mat, die er liebt, mit der man ver­wach­sen ist. Fami­li­en wer­den getrennt, eine älte­re Toch­ter muss auf dem Weg zur Sam­mel­stel­le zurück­blei­ben.


In ihrer fik­ti­ven Geschich­te „Nur weg von hier” brach­te Ursu­la Dör­ler vier klas­si­sche Schrift­stel­ler (Kaf­ka, Twa­in, Hes­se und Mel­ville) in einem Zug­ab­teil zusam­men. Sie phi­lo­so­phie­ren und strei­ten. Kaf­ka, zuneh­mend mit sich selbst beschäf­tigt, trennt sich dann von der illus­tren Run­de und sei­nem Kof­fer, in dem nur Lee­re herrscht.


Bet­ti­ne Wag­ner-Frie­de­wald prä­sen­tier­te fünf Gedich­te, die von Fluch­ten erzäh­len, jener der Wan­der­mu­si­kan­ten vor exis­ten­zi­el­ler Not, von den Groß­el­tern und deren bru­ta­ler Ver­trei­bung aus Tsche­chi­en – eines wid­me­te sich Paul Celan: //so flie­he ich denn / aus der welt / las­se zurück mei­ne Worte//


Die Lei­tung und Mode­ra­ti­on hat­te Peter Her­zer. Übri­gens wer­den in den Win­ter­mo­na­ten gern die wohl­tem­pe­rier­ten Räu­men im 42 genutzt. 1x im Jahr sind sie für gemein­nüt­zi­ge Ver­ei­ne kos­ten­neu­tral.