
Der Dichter Hasan Özdemir, Initiator der Freinsheimer Lese, konnte sich wiederum über eine rege Beteiligung freuen. Er bildet seit 2010 mit Eleonore Hefner, Susanne Gierlich und Waltraud Amberger ein energiegeladenes Team.
Am letzten Tag veranstaltete Birgit Heid ein kurzweiliges Schreibspiel und das ging so: Eine Person wählt zwei Worte, woraus eine andere auf einem Blatt einen Satz kreiert. Dann wird es an eine fortfolgende Person in der Runde weitergereicht, die den Satz ergänzt und so die Geschichte möglichst kreativ vorantreibt.
Die Ergebnisse wurden sodann auf einer Schnur aufgehängt.
Zwei Geschichten mit einem recht guten Spannungsbogen und HappyEnd seien hier kurz zusammengefasst:
In Gletscher & Freundin bewegt sich eine Frau über einen Gletscher, muss auf einen Spalt achten, dann entdeckt sie etwas schemenhaft unter dem Eis verborgen und hackt es mühselig raus. Nein, kein zweiter Ötzi, es ist ein Jakobsstab mit angehefteter Muschel, der letztlich seinen Weg in eine Vitrine des nahegelegenen Touristenbüros findet.
In Hoffnung & Regen durchquert eine Frau eine Wüste, erreicht endlich den Rand und wird dann in einem Wadi von einer Regenflut überrascht. Sie kann sich gerade noch vor den heranströmenden Wassermassen auf einen Felsvorsprung retten. Die Sonne geht langsam unter, ihr Handy hat kein Netz. Da fährt ein Boot vorbei, doch es hält trotz ihrer Hilfeschreie nicht an. Schließlich wird sie von hinten angestupst und erwacht aus dem Albtraum.
Für Kinder hatte sich Birgit Heid was Schönes ausgedacht, z. B. von ihren Wünschen ein gemeinsames Wimmelbild zu malen: Haustiere, lächelnde Erwachsene, einen Garten, Kletterbäume, einen Ball, Omas mit Süßigkeiten usw …
Alternativ hatte sie auch ihre Märchenkiste wieder dabei. Reihum um einen Tisch holen sich Kinder eine Holz- oder Plastikfigur heraus und lassen ihre Fantasie damit spielen. Das nächste Kind greift den Gedanken mit jeweils seiner herausgeholten Figur auf, sodass eine Handlung entsteht. Solange, bis der Handlungsstrang ein sinnvolles Ende findet. Manchmal erzählen die Kinder dabei auch von ihren Sorgen.
Birgit resümierte sichtlich zufrieden: ”Unsere Wünsche sind in Erfüllung gegangen!”
Wegen der schlechten Wetterprognose fand die Lese nicht im Retzerpark, sondern im Von-Busch-Hof statt. Das schwülwarme Wetter aber hielt. Im Hof boten zwei fröhliche Gewinner des Susanne-Faschon-Schreibwettbewerbs Mitmachmöglichkeiten für Kinder, Bücher und Infos an. Zuvor waren sie auf der Lesung vertreten. Initiator und Mitorganisator der ausschreibenden Donnersberger Literaturtage ist Thomas M. Mayr.
Zum Abschluß trafen im Saal eine Poetin und ein Tango-Duo im Theaterspiel aufeinander, unter dem Motto „Irgendwas mit Sehnsucht“. Daniela Daub, Beatrice Hutter und Axel Wienker philosophierten teils tiefgründig und begeisterten so die zahlreichen Gäste.
