
Die neue kostenlose Lutra ist da – mit vielen interessanten Beiträgen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft, Bildung und Geschichte.
Ja, und es ist auch die letzte Print-Ausgabe, da sich der Bezirksverband Pfalz aus der Kooperation bis Ende des Jahres zurückzieht. Das Referat Kultur der Stadt Kaiserslautern will nun neue digitale Wege einschlagen. Fakt ist aber auch, dass es 2026 keinen Pfalzpreis für Literatur gab und lange Zeit die weitere Förderung der PalatinArt auf der Kippe stand, was die Autorengruppe Kaiserslautern zu einer Lesereihe mit Werbung für die Sache veranlasste.
In der aktuellen Lutra finden sich Artikel über die lokale Literaturszene. Andreas Erb beleuchtet „Literarische Kooperationen“; so steht der jährliche Wechsel zwischen dem niederschwelligen „Lautern liest (2026)“ und dem großformatigen städtischen Literaturfestival (2027) im Fokus. Marie Bäumer liest am 18.2.27 „Les Fleurs du Mal“ und Joachim Król den „Urfaust“ am 20.2. in der Fruchthalle. Wie ich kürzlich erfuhr, wird auch Eva Paula Pick in der Pfalzbibliothek lesen. „Lautern liest“ wird organisiert von dem umtriebigen Buchhändler Morphy Burkhart, der Stadtbücherei und dem Kulturreferat. Der LVP war im Sommer mit einer Lesung im „42“ beteiligt.
Die Stadt bewirbt „Lautern liest“ mit einem blauen Schild mit einer Zapfsäule. Dieses ist angelehnt an einen Spruch von Helmut Schmidt: „Bibliotheken und Buchhandlungen sind die geistigen Tankstellen der Nation“.
Besonders lobenswert sind Schulleseaktionen. Wahrscheinlich wird der LVP 2027 oder 2028 wieder besondere Leistungen im Fach Deutsch auszeichnen.
In einem Artikel geht Claudia Germann, Leiterin der Pfalzbibliothek, auf das weitgefächerte Bildungspotenzial von Bibliotheken ein. Z. B. findet alle zwei Wochen eine digitale Sprechstunde für Hilfe mit Handy, Tablet usw. statt, bei der DigitalbotschafterInnen des Landes RLP als Kooperationspartner unterstützen.
Auf den ersten vier Seiten wird das Pilotprojekt „Healing Culture – Kultur auf Rezept“ vorgestellt. Das soll zunächst Menschen mit Depression zu einer Teilhabe an Kultur und Kunst verhelfen, z. B. durch einen Konzertbesuch, einen Keramikkurs, Gitarrenunterricht oder einen Handpan-Workshop. In der aus Großbritannien stammenden Praxis untersucht eine Studienleiterin die Bedürfnisse und leitet sie an eine Vermittlerin weiter, die dann für potenzielle Teilnehmer ein „Social Prescribing“ (soziale Verschreibung) ausstellt, das sodann Menschen „dort abholt, wo sie stehen“. Eine gute Idee wäre doch eine anregende Lesung (mit Musik) auf Rezept oder zum Beispiel ein hipper Poetry Slam wie das „Kamm ON!“.
In der Sparte „Kunst und Geschichte“ werden Ausstellungen und Aktionen bekannt gegeben:
Die in Landau-Godramstein lebende Madeleine Dietz wird vom 8.11.26 bis 14.2.27 in der Ausstellung „Erde, Stahl, Licht“ im mpk zu sehen sein. Sie ist für ihre „großformatigen Plastiken und Installationen“ bekannt, denen geometrische Formen zugrunde liegen. Dietz erhielt 2024 den Lebenswerkpreis für Bildende Kunst vom Bezirksverband Pfalz.
Eine weitere Sonderausstellung widmet sich „Hans Purrmann als Sammler – Von Dürer bis Picasso“, die vom 24.10.26 bis 31.1.27 im mpk zu bewundern ist.
